Ein fideles Gefängnis – Fritz Kater

Katers Bericht über seinen Gefängnis-Aufenthalt 1893. Erschienen in Besinnung und Aufbruch, 2. Jahrgang, Heft 8, Dezember 1930, S.119-122

Fideles Gefängnis? wird mancher fragen. Gibt es denn so etwas auch? Ja! es kommt bei der Beurteilung der Sache lediglich darauf an, wie der Gefangene sich mit der Strafe und mit allem Drum und Dran abfindet, vielfach auch darauf, was die Ursachen seiner Verur­teilung sind. Ich zum Beispiel habe alle meine Inhaf­tie­rungen immer auf die leichte Achsel genommen. War ich mir doch voll bewusst, dass ich nach meinen Begriffen niemals eine menschlich unehren­hafte Handlung begangen und in meinem ganzen Leben keinem Menschen wissentlich jemals Unrechtes zugefügt habe. Wenn man aber wegen seiner Tätigkeit auf Grund der Gesetze trotz aller Vorsicht von den Geset­zes­wächtern doch einmal verur­teilt wird, dann ist das meist weniger auf die Handlung des Menschen, als auf die beste­henden Gesetze zu buchen. Kurz und gut, ich habe solche Haft mehr als Erholung, als eine Buße aufge­fasst, und in den Gefäng­nissen immer dahin gewirkt, soweit ich mit anderen Insassen in Berührung kam, dass auch diese die Dinge nicht gar zu schwer nahmen.

Weiter­lesen …

Unsterb­liche Opfer – Dem Andenken Artur Holkes.

Ein weiterer Artikel aus den Rocker Papers abgetippt, diesmal ein Nachruf auf den Reichs­ar­chivar der FAUD Artur Holke. In Leipzig hat die ASJ  zusammen mit der FAU Leipzig 2013 einen Stolper­stein in Ehre seines Andenken organi­sieren können. Er befindet sich in der Zentral­strasse 11 und wird jedes Jahr am 9. November gepflegt.

Unsterb­liche Opfer,
Dem Andenken Artur Holkes.

Artur Holke, geb. am 12. Januar 1883 in Leipzig, ein unerschüt­ter­licher Kämpfer für Freiheit und Recht, ein glühender Revolu­tionär und Sozialist, unerschrocken im Kampf gegen das verbre­che­ri­schen Naziregime, fiel als Opfer des Faschismus im Konzen­tra­ti­ons­lager Buchenwald am 22. Januar 1940.

Sein Leben war allezeit gewidmet den Inter­essen des arbei­tenden Volkes. Schon als Lehrling organi­sierte er sich im Deutschen Metall­ar­bei­ter­verband. Hier hatte er bald Gewerk­schafts­funk­tionen inne. Bei allen Aktionen stand er in vorderster Reihe.

Weiter­lesen …

Schwedens SAC und die KOMMU­NAL­PO­LI­TISCHE ARBEIT

Ich habe für einen anderen Artikel, den ich gerade am vorbe­reiten bin, einmal wieder in den Rudolf Rocker Papers gestöbert und bin über den Artikel weiter unten gestoßen. Gerade in Sachen anarchis­ti­schem Revisio­nismus stellt dieser eine Position dar, wie sie nach 1945 kurzweilig sowohl in Westdeutschland als auch der SBZ prakti­ziert wurde. Der Text stammt von John Andersson

Schwedens SAC und die KOMMU­NAL­P0­LI­TISCHE ARBEIT

In letzter Zeit haben in verschie­denen Ländern, Zeitungen unsere Organi­sation über die Frage der Teilnahme in der Kommu­nal­po­litik in Schweden, geschrieben. Wir wollen hier speziell auf Artikel welche in den Zeitungen Espana Libre, die in Frank­reich erscheint, und Socia­lisme van oder op in Holland, sowie die Zeitschrift Die Freie Gesell­schaft, in Deutschland, und den hollän­di­schen anarcho­syn­di­ka­lis­ti­schen Presse­dienst, hinweisen.
Für alle die nicht in die Verhält­nisse, welche diese Artikel behandeln, einge­setzt sind, ist es leicht auf Grund der misswei­senden Darstellung in den selbigen, den Schlusssatz zuziehen, SAC, Sveringes Arbetares Central­or­ga­ni­sation, IAA :s schwe­dische Sektion sei dabei, als Organi­sation, die kommu­nal­po­li­tische Arbeit als Richt­linie für Ihre Tätigkeit anzuer­kennen.

Weiter­lesen …

Kurz angemerkt: Zum GDL-Streik

Ich habe es getan, ich habe heute in ein paar Facebook-Empör­gruppen zum GDL-Streik geschrieben. Dabei kamen vor allem 2 Fragen immer wieder auf:

  1. Menschen werden durch den Streik ihren Job verlieren! (Stimmt das?)
  2.  Warum wird so lange und über­haupt gestreikt, wie kam der „neue“ GDL-Tarif­kon­flikt zu stande:

Das kann man in zweierlei Hinsicht beant­worten, das eine dauert etwas, das andere geht sehr schnell.

  1. Wieviel Menschen dadurch ihren Job verlieren? Nun, _Niemand_, eine Kündigung kann nur nach Abmahnung (oder fristlos) erfolgen, welche wiederum nur bei „wiederholt selbst­ver­schul­detem Fernbleiben“ aus sprechbar ist. Es gibt im Arbeits­recht extra die Möglichkeit der höheren Gewalt, eine Regelung auf die man sich im Ernstfall hier berufen könnte.
  2. Und nun der etwas längere Teil. Warum 6 Tage, warum ein neuer Streik. Entscheiden tut diesen Streik anders als behauptet nicht Herr Weselsky (GDL und CDU-Mitglied in Sachsen), der Vorsit­zender ist, sondern die GDL-Mitglieder selbst.

Sie geben ihren Auftrag für die Verhand­lungen und Herr Weselsky muss das umsetzen, selbst wenn er das nicht will. Warum ein neuer Streik? Nun die DB hat versucht zu betrügen, hat Verhand­lungen versprochen, diese jedoch erneut und wiederholt platzen lassen aus dem Grund, dass sie den zu verhan­delnden Tarif­vertrag nicht für die Subun­ter­nehmen über­nehmen will.
**Darum geht es hier!** Die Deutsche Bahn gründet seit 20 Jahren Subun­ter­nehmen (z.B. für die Fahrbe­gleiter, den Kunden­service der morgen Empört angerufen wird, das Dienst­per­sonal, was morgen als Streik­brecher einge­setzt wird, etc.).

Die Niedriglohn-Beschäf­tigten in dem Service-Subun­ter­nehmen für das Callcenter – was von morgens bis abends morgen Auskunft geben wird, wie man doch noch von A nach B kommt – ja, hier verdient eine Angestellte im Monat Brutto etwas unter 900€, bei Schicht­be­trieb und 36,irgendwas Stunden­woche.

Die DB hat jeden Tarifab­schluss der letzten Jahre damit beant­wortet, neue Subun­ter­nehmen zu gründen und die Angestellten in diese Unter­nehmen auszu­gliedern. Und hier kommt die GDL ins Spiel, diese will, dass der Tarif­vertrag eben auch für die Subun­ter­nehmen gilt, damit dieses Spiel der DB aufhören muss.

Und die Zeit eilt, denn im Bundestag wird gerade ein Gesetz­entwurf einge­bracht, nach der in einem Betrieb nur noch eine Gewerk­schaft streiken darf, die die Mehrheit in einen Betrieb hat. Da hat die GDL gelernt, denn nach den Streiks 2009 wurden viele GDL-Mitglieder in Subun­ter­nehmen ausge­gliedert, und die GDL syste­ma­tisch geschwächt. Wenn du dich also aufregen willst: Benenne die richtigen, und sorge dafür, dass das aufhört.

Gründen wir eine Arbeits­börse. Einzu­richten ist: [Exzerpt]

Seit 2 Jahren sitze ich auf diesen Notizen um sie zu veröf­fent­lichen und komm und komme nicht dazu. Da ich gestern aber Fernand Pelloutier ansprach und mir gestern Abend diese Notizen in die Hände vielen, war es heute morgen ein leichtes, sie abzutippen und zu veröf­fent­lichen. Nicht alles davon ist aktuell, aber noch aktuell genug um sich seine Gedanken zu machen. Nun denn hier sind sie:

Exzerpt: „Chapter 5 – How to create a Bourse du Travail“ – by Fernand Pelloutier.

>> In der heutigen Gesell­schaft muss die Arbeits­börse ein Ort des Wider­stands („an association of resistance“) sein<<

 

Weiter­lesen …

Anarchist Role Models.

Es klingt zunächst komisch, Anarchisten mit Vorbildern? Perso­nenkult soll doch vermieden werden! Kill your Heroes!

Doch darum geht es nicht. In Gesprächen mit jüngeren fällt mir immer wieder auf, dass sie nach Halt suchen in der immer schneller werdenden Zeit, dass sie nicht so ganz wissen, für welchen Lebensweg sie sich entscheiden sollen, welche Richtung sie einschlagen sollen, können. Wenn ich gleich­zeitig mit Gründern spreche, dann kommt recht häufig vor, dass sie dann anfingen gezielter zu Arbeiten und ihre Sache voran zu treiben, als sie für sich passende Role Models, Rollen-Vorbilder, gefunden hatten.

Ich habe mit 19 Jahren eine Weile lang den Geschäfts­führer der Freien Verei­nigung Deutscher Gewerk­schaften, Friedrich Kater, als Vorbild empfunden. Schon mit jungen Jahren in der Sozial­de­mo­kratie engagiert, hat er Zeit seines Lebens mit der Organi­sation einer gewerk­schaft­lichen Bewegung in Deutsch­lands verbracht. Bis ins hohe Alter hat er sich nützlich gemacht, wo er konnte, ob als Schrift­führer, Versamm­lungs­leiter, Materia­li­en­ver­trieb, Redakteur, Heraus­geber und Sekretär. Mit 70 hat er noch mit einem Boller­wagen die Post der Organi­sation aufge­geben und in Empfang genommen. Nach dem Ersten Weltkrieg in Haft als Organi­sator, im Zweiten Weltkrieg weitest­gehend isoliert, verstorben am 12. Mai 1945 in folge eines Spren­g­un­falls.

Ich möchte in nächster Zeit einige Role Models sammeln, um zu zeigen, in welche Richtung man sich begeben kann, welche Wege man wählen kann, und um vielleicht sogar neue Anarchisten und Syndi­ka­listen für sich zu entdecken. (Nach Kater waren auch andere Sinnstiftend, ob nur Fernand Pelloutier, Lucy Parson oder Laureano Cerrada.)

Eine Liste wird entspre­chend verlinkt.

Ich werde bei der Erstellung quotiert vorgehen, Auf 2 Frauen versuche ich 1 Mann kommen zu lassen, ob mir das gelingt, kann ich noch nicht so recht sagen, ein paar Ideen haben ich jedoch bereits. Beginnen werde ich mit Friedrich Kater, ein extra Beitrag wird verlinkt.

Meine Frage, haltet ihr die Idee für gut, oder seht ihr die Frage nach Role Models eher kritisch, weil identitär oder weit schlimmer: Heroen­bildung?

Rudolf Rocker

Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten (Suhrkamp, S.109)

Die Anarchisten bilden keine geschlossene politische Partei wie die meisten anderen Richtungen des Sozia­lismus, da die Eroberung der politi­schen macht für sie keine Bedeutung hatte. Was sie erstrebten, war eine Neuge­staltung des gesell­schaft­lichen Lebens auf der Basis persön­licher Freiheit und wirtschaft­licher Gleich­be­rech­tigung. Sie wussten, dass eine solche nicht durch politische Verord­nungen und Regie­rungs­be­schlüsse erreicht werden konnten.“

Der Anarchismus ist keine Patent­lösung für alle mensch­lichen Probleme, keine Utopie einer perfekten Gesell­schafts­ordnung (wie er so oft bezeichnet wurde), weil er grund­sätzlich alle absoluten Schemata und Konzepte verwirft. Er glaubt nicht an eine absolute Wahrheit oder an bestimmte Endziele der mensch­lichen Entwicklung. Vielmehr an eine unbegrenzte Vervoll­komm­nungs­fä­higkeit von sozialen Modellen und mensch­lichen Lebens­be­din­gungen, die sich ständig um höhere Ausdrucks­formen bemühen, und denen man, aus diesem Grund, keinen bestimmten Endpunkt und kein festes Ziel zuweisen kann.“

Räume öffnen.

http://caleb-morris.com/

Wer mich trifft, der weiß, Ideen sausen mir einige im Kopf herum. Nun hab ich kurz ein wenig Zeit gefunden und würde sie gerne vorstellen. Über Rück­meldung und Anregung, Kritik freue ich mich.

Kurz noch als Einleitung und Einordnung: viele meiner Ideen und Vorstel­lungen basieren auf Dingen, die es gab. Entweder werden Sie nicht mehr prakti­ziert, oder sind “in Verges­senheit geraten”.

Weiter­lesen …

Regis­ter­me­thode 2.0 – Einige Über­le­gungen zur syndi­ka­lis­ti­schen Kampf­taktik.

Disclaimer vorneweg: Ich bin kein Program­mierer und habe bis heute nicht eine Zeile code selbst geschrieben, weshalb einige Gedan­ken­gänge nie umsetzbar wären.

Ich habe nachge­dacht. Mal wieder. Seid ein paar Tagen lässt mich die Idee einer techni­schen Aktua­li­sierung des Syndi­ka­lismus nicht mehr locker. Bzw. einer konkreten Taktik des Syndi­ka­lismus: Das Lohn- und Arbeits­re­gister.

Unter der sogenannten Regis­ter­me­thode wurde die lokale Erfassung aller Arbeits­re­le­vanten Daten innerhalb der an die Arbeits­börse angeschlos­senen Organi­sa­tionen verstanden. Damals wurde das i.d. Regel durch noch vorhandene Systeme der Haus- und Straßen­kas­sierung wöchentlich beim sogenannten Arbeits­nachweis gemacht. Jedes Mitglied der lokalis­ti­schen Gewerk­schaften war demnach wöchentlich gezwungen, seine aktuelle Arbeits­si­tuation gegen­über der Gewerk­schaft offen zu legen. Dies erfolgte gleich­zeitig mit der Kassierung der wöchent­lichen Mitglieds­bei­träge und Aushän­digung der Gewerk­schafts­zeitung. Über diese Art der Abfrage war der Gewerk­schaft ein wichtiges Instrument ihrer Arbeit gegeben: Sie wusste zu jedem Wochen­turnus den Kranken­stand in der Organi­sation, wie viel Stunden die Mitglieder gearbeitet haben, zu welchen Löhnen, wo Mitglieder im Streik sich befanden, wo Mitglieder entlassen wurden, wo Hilfs­zah­lungen notwendig waren und natürlich auch wo Verbes­se­rungen der Löhne im Bereich des möglichen waren. (Kurze Anmerkung, damals war eine Gewerk­schaft zumeist für einen Beruf vorhanden, die Gliederung in Branchen­ge­werk­schaften erfolgte erst nach dem 1. Weltkrieg, wo die Regis­ter­me­thode zumeist nicht mehr zur Anwendung kam).

Da die Gewerk­schaft eine Über­sicht hatte, wie die Stunden­löhne in einem Beruf in einem Lokalen Rahmen waren, konnten sie lokal für sich Lohnun­ter­grenzen praktisch festlegen, in dem beschlossen wurde, dass Mitgliedern verboten wurde, unter einem Bestimmten Lohn zu arbeiten. Wer es dennoch machte, hatte mit Diszi­pli­nar­ver­fahren zu rechnen, aller­dings waren die Hilfs­kassen auch so organi­siert, dass dies i.d.Regel nicht notwendig wurde. So konnten auch Verhand­lungen nach zeitlich begrenzten Tarif­ver­trägen umgangen werden, da sie durch direkte Ökono­mische Aktion nicht mehr notwendig wurden. (Beispiele sind hierfür die Fliesen­leger in Düsseldorf, oder die Textil­ar­beiter in Teilen Sachsens.) Als Erwei­terung des Registers war in vielen Arbeits­börsen auch ein Stellen­re­gister angeschlossen, das Genossen in Jobs verhalf, gerade in Zeiten der Schwarzen Listen (Nicht-Einstel­lungs­listen der Betriebe!) ein wichtiges Unter­stüt­zungs­werkzeug.

Heute wäre so etwas technisch wesentlich einfacher möglich und könnte Helfen, das (Stunden-)Lohnge­fälle von Freibe­rufler, Freelancer und anderen Schein­selbst­stän­digen zu minimieren.

Was ist dafür zu tun? Nun es gibt zwei für mich sehr wichtige Anfor­de­rungen an das System:
1. Es muss dezentral organi­siert sein
2. Es muss belastbar sein

Zu Punkt 1) Die Dezen­trale Organi­sierung hat folgenden Grund: $Struk­turen sind korrum­pierbar. Wenn das System nur auf einem Server liegt, kann es aus $Gründen abgeschaltet werden, oder noch schlimmer ab geschnor­chelt werden. Ich bin zwar dafür, die Daten anony­mi­siert als Open Data zu betreiben, aber dagegen Zentral­systeme zu betreiben. Repression ist nur das eine, auch Distri­bution. Wenn z.B. der Deutsche Gewerk­schaftsbund diese Idee gut findet, eine Instanz aufbaut und viele (TM) Menschen mitmachen, der DGB aber eines Tages beschließt, dieses System behindert seine Existenz, dann darf das System selbst nicht abschaltbar sein. Gerade aus dem Bereich Peer-2-Peer kennt die Netzge­meinde schon verteilte System und Daten­banken, auch hier müsste ein solches zum Tragen kommen. Am besten über Verifi­zierung in einem Trustnetz*. Eine der Schlimmsten Abhän­gig­keiten der Arbei­ter­be­we­gungen entstanden, als sie die Sozial­systeme – welche vorher selbst organi­siert waren (und durchaus Ineffi­zienz aufwiesen) – in staat­liche Hand über­eignet wurden.

Zu Punkt 2) Wenn das System wächst und an Brisanz zunimmt, dann wird es aus verschie­denen Bereichen beschossen werden, nicht nur von Anons, die meinen das Selbst­be­stim­mungs­recht wäre gefährdet (auch deshalb ist ein dezen­trales System notwendig), sondern auch Kapita­listen die die Dienst­leistung “Daten­ma­ni­pu­lation” als Geschäftsfeld entdecken werden (nicht so schlimm wie die Histo­rische Parallele Pisto­leros, aber genauso zerschießend!). Also muss es möglich sein, jeden Angestellten zu verifi­zieren, das kann über die Steuer­nummer sein, das kann aber auch ander­weitig z.B. über ein Trustnetz* möglich sein. Auch muss das System es aushalten sowohl 10k Leute als auch 10Mio Leute sich selbst organi­sieren zu lassen. Eine Verifi­zierung ist zwingend erfor­derlich, da der größte Schaden des Systems wäre, wenn seine Glaub­wür­digkeit, die Belast­barkeit der Daten selbst angegriffen werden kann.

Was stelle ich mir also vor (wenn es denn möglich ist):
Als Endan­wender habe ich mich am Anfang an einer noch nicht näher zu benen­nenden Stelle verifi­ziert, dass ich ich bin. Dann erhalte ich ein Client oder ein Dashboard, in dem ich meine Steuer­daten und ähnliches eingeben kann (Maschi­nen­les­barkeit herstellen!), auch die eigenen Vertrags­be­din­gungen als Angestellter (z.B. Festlegung der Arbeits­zeiten, Über­stun­den­re­ge­lungen etc.) sollten hinter­legbar sein. Für Freelancer natürlich das gleiche mit Werks­ver­trags­daten oder andere Vertrags­daten, die die Bedin­gungen festschreiben.
Wichtig wird jetzt natürlich eine Maske in der die geleistete Arbeitszeit eintragbar ist, sowie Pausen­zeiten, Stück­zahlen (Produ­zie­rendes Gewerbe), ect.pp.
Im Hinter­grund läuft der Abgleich bzw. Vergleich dieser Daten mit den anderen im System gemit­telten Daten. Wenn es bereits Verein­ba­rungen gibt, wie z.B. die Über­stunden geregelt sind, und man diese verletzt muss dem Endan­wender sowie der eventuell vorhan­denen Gewerk­schaft dies anzeigbar sein (Alert vielleicht?). Hier kann dann inter­ve­niert werden.
Die Daten werden im besten Falle via einem Peer-2-Peer Ansatz ausge­tauscht, am besten noch erweitert um einen Mesh-Ansatz, damit die Daten nicht zensierbar sind. Die Software muss API´s bieten, die offen und nachvoll­ziehbar ist, damit weitere Entwick­lungen program­mierbar sind. Über­haupt ist eine Grundlage der Software offener Quellcode und freie Lizenzen.

Ich hoffe die Ideenskizze war jetzt nicht zu wirr und ich bekomme Feedback zu den Ideen, Diskus­sionen bitte in den Kommen­taren oder auf Twitter @syndi­ka­lista.

*Trustnetz: Zunehmend geht die Zerti­fi­zierung für Webseiten weg von Zentralin­stanzen, die Zerti­ficate signen hin zu Trust­netzen, die sich gegen­seitig bestä­tigen “echt” zu sein.

Wer den Staat nicht zerschlagen kann, soll nicht ins Parlament gehen.

Eine Erwiderung auf ACID`S Post “Warum ich als Anarchist in einer Partei aktiv bin.”

Lieber Acid, ich habe heute deinen Text in deinem Blog gesehen und möchte ein paar Worte der Erwiderung suchen, aber auch die Türen offen lassen zur Diskussion. In der Regel tue ich dies nicht, da vieles was ich las, für mich in krassen Wider­spruch zum Anarchismus steht, den ich und meine Genos­sinnen und Genossen vertreten und versuchen aufzu­bauen. Wenn du mich persönlich fragst, dann hast du dir durch deinen Text eine Seite gewählt, die nicht die meine ist.

Weiter­lesen …