Kurz angemerkt: Zum GDL-Streik

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Ich habe es getan, ich habe heute in ein paar Facebook-Empör­gruppen zum GDL-Streik geschrieben. Dabei kamen vor allem 2 Fragen immer wieder auf:

  1. Menschen werden durch den Streik ihren Job verlieren! (Stimmt das?)
  2.  Warum wird so lange und über­haupt gestreikt, wie kam der „neue“ GDL-Tarif­kon­flikt zu stande:

Das kann man in zweierlei Hinsicht beant­worten, das eine dauert etwas, das andere geht sehr schnell.

  1. Wieviel Menschen dadurch ihren Job verlieren? Nun, _Niemand_, eine Kündigung kann nur nach Abmahnung (oder fristlos) erfolgen, welche wiederum nur bei „wiederholt selbst­ver­schul­detem Fernbleiben“ aus sprechbar ist. Es gibt im Arbeits­recht extra die Möglichkeit der höheren Gewalt, eine Regelung auf die man sich im Ernstfall hier berufen könnte.
  2. Und nun der etwas längere Teil. Warum 6 Tage, warum ein neuer Streik. Entscheiden tut diesen Streik anders als behauptet nicht Herr Weselsky (GDL und CDU-Mitglied in Sachsen), der Vorsit­zender ist, sondern die GDL-Mitglieder selbst.

Sie geben ihren Auftrag für die Verhand­lungen und Herr Weselsky muss das umsetzen, selbst wenn er das nicht will. Warum ein neuer Streik? Nun die DB hat versucht zu betrügen, hat Verhand­lungen versprochen, diese jedoch erneut und wiederholt platzen lassen aus dem Grund, dass sie den zu verhan­delnden Tarif­vertrag nicht für die Subun­ter­nehmen über­nehmen will.
**Darum geht es hier!** Die Deutsche Bahn gründet seit 20 Jahren Subun­ter­nehmen (z.B. für die Fahrbe­gleiter, den Kunden­service der morgen Empört angerufen wird, das Dienst­per­sonal, was morgen als Streik­brecher einge­setzt wird, etc.).

Die Niedriglohn-Beschäf­tigten in dem Service-Subun­ter­nehmen für das Callcenter – was von morgens bis abends morgen Auskunft geben wird, wie man doch noch von A nach B kommt – ja, hier verdient eine Angestellte im Monat Brutto etwas unter 900€, bei Schicht­be­trieb und 36,irgendwas Stunden­woche.

Die DB hat jeden Tarifab­schluss der letzten Jahre damit beant­wortet, neue Subun­ter­nehmen zu gründen und die Angestellten in diese Unter­nehmen auszu­gliedern. Und hier kommt die GDL ins Spiel, diese will, dass der Tarif­vertrag eben auch für die Subun­ter­nehmen gilt, damit dieses Spiel der DB aufhören muss.

Und die Zeit eilt, denn im Bundestag wird gerade ein Gesetz­entwurf einge­bracht, nach der in einem Betrieb nur noch eine Gewerk­schaft streiken darf, die die Mehrheit in einen Betrieb hat. Da hat die GDL gelernt, denn nach den Streiks 2009 wurden viele GDL-Mitglieder in Subun­ter­nehmen ausge­gliedert, und die GDL syste­ma­tisch geschwächt. Wenn du dich also aufregen willst: Benenne die richtigen, und sorge dafür, dass das aufhört.

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