Unsterb­liche Opfer – Dem Andenken Artur Holkes.

Ein weiterer Artikel aus den Rocker Papers abgetippt, diesmal ein Nachruf auf den Reichs­ar­chivar der FAUD Artur Holke. In Leipzig hat die ASJ  zusammen mit der FAU Leipzig 2013 einen Stolper­stein in Ehre seines Andenken organi­sieren können. Er befindet sich in der Zentral­strasse 11 und wird jedes Jahr am 9. November gepflegt.

Unsterb­liche Opfer,
Dem Andenken Artur Holkes.

Artur Holke, geb. am 12. Januar 1883 in Leipzig, ein unerschüt­ter­licher Kämpfer für Freiheit und Recht, ein glühender Revolu­tionär und Sozialist, unerschrocken im Kampf gegen das verbre­che­ri­schen Naziregime, fiel als Opfer des Faschismus im Konzen­tra­ti­ons­lager Buchenwald am 22. Januar 1940.

Sein Leben war allezeit gewidmet den Inter­essen des arbei­tenden Volkes. Schon als Lehrling organi­sierte er sich im Deutschen Metall­ar­bei­ter­verband. Hier hatte er bald Gewerk­schafts­funk­tionen inne. Bei allen Aktionen stand er in vorderster Reihe.

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Schwedens SAC und die KOMMU­NAL­PO­LI­TISCHE ARBEIT

Ich habe für einen anderen Artikel, den ich gerade am vorbe­reiten bin, einmal wieder in den Rudolf Rocker Papers gestöbert und bin über den Artikel weiter unten gestoßen. Gerade in Sachen anarchis­ti­schem Revisio­nismus stellt dieser eine Position dar, wie sie nach 1945 kurzweilig sowohl in Westdeutschland als auch der SBZ prakti­ziert wurde. Der Text stammt von John Andersson

Schwedens SAC und die KOMMU­NAL­P0­LI­TISCHE ARBEIT

In letzter Zeit haben in verschie­denen Ländern, Zeitungen unsere Organi­sation über die Frage der Teilnahme in der Kommu­nal­po­litik in Schweden, geschrieben. Wir wollen hier speziell auf Artikel welche in den Zeitungen Espana Libre, die in Frank­reich erscheint, und Socia­lisme van oder op in Holland, sowie die Zeitschrift Die Freie Gesell­schaft, in Deutschland, und den hollän­di­schen anarcho­syn­di­ka­lis­ti­schen Presse­dienst, hinweisen.
Für alle die nicht in die Verhält­nisse, welche diese Artikel behandeln, einge­setzt sind, ist es leicht auf Grund der misswei­senden Darstellung in den selbigen, den Schlusssatz zuziehen, SAC, Sveringes Arbetares Central­or­ga­ni­sation, IAA :s schwe­dische Sektion sei dabei, als Organi­sation, die kommu­nal­po­li­tische Arbeit als Richt­linie für Ihre Tätigkeit anzuer­kennen.

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Anarchist Role Models.

Es klingt zunächst komisch, Anarchisten mit Vorbildern? Perso­nenkult soll doch vermieden werden! Kill your Heroes!

Doch darum geht es nicht. In Gesprächen mit jüngeren fällt mir immer wieder auf, dass sie nach Halt suchen in der immer schneller werdenden Zeit, dass sie nicht so ganz wissen, für welchen Lebensweg sie sich entscheiden sollen, welche Richtung sie einschlagen sollen, können. Wenn ich gleich­zeitig mit Gründern spreche, dann kommt recht häufig vor, dass sie dann anfingen gezielter zu Arbeiten und ihre Sache voran zu treiben, als sie für sich passende Role Models, Rollen-Vorbilder, gefunden hatten.

Ich habe mit 19 Jahren eine Weile lang den Geschäfts­führer der Freien Verei­nigung Deutscher Gewerk­schaften, Friedrich Kater, als Vorbild empfunden. Schon mit jungen Jahren in der Sozial­de­mo­kratie engagiert, hat er Zeit seines Lebens mit der Organi­sation einer gewerk­schaft­lichen Bewegung in Deutsch­lands verbracht. Bis ins hohe Alter hat er sich nützlich gemacht, wo er konnte, ob als Schrift­führer, Versamm­lungs­leiter, Materia­li­en­ver­trieb, Redakteur, Heraus­geber und Sekretär. Mit 70 hat er noch mit einem Boller­wagen die Post der Organi­sation aufge­geben und in Empfang genommen. Nach dem Ersten Weltkrieg in Haft als Organi­sator, im Zweiten Weltkrieg weitest­gehend isoliert, verstorben am 12. Mai 1945 in folge eines Spren­g­un­falls.

Ich möchte in nächster Zeit einige Role Models sammeln, um zu zeigen, in welche Richtung man sich begeben kann, welche Wege man wählen kann, und um vielleicht sogar neue Anarchisten und Syndi­ka­listen für sich zu entdecken. (Nach Kater waren auch andere Sinnstiftend, ob nur Fernand Pelloutier, Lucy Parson oder Laureano Cerrada.)

Eine Liste wird entspre­chend verlinkt.

Ich werde bei der Erstellung quotiert vorgehen, Auf 2 Frauen versuche ich 1 Mann kommen zu lassen, ob mir das gelingt, kann ich noch nicht so recht sagen, ein paar Ideen haben ich jedoch bereits. Beginnen werde ich mit Friedrich Kater, ein extra Beitrag wird verlinkt.

Meine Frage, haltet ihr die Idee für gut, oder seht ihr die Frage nach Role Models eher kritisch, weil identitär oder weit schlimmer: Heroen­bildung?

Rudolf Rocker

Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten (Suhrkamp, S.109)

Die Anarchisten bilden keine geschlossene politische Partei wie die meisten anderen Richtungen des Sozia­lismus, da die Eroberung der politi­schen macht für sie keine Bedeutung hatte. Was sie erstrebten, war eine Neuge­staltung des gesell­schaft­lichen Lebens auf der Basis persön­licher Freiheit und wirtschaft­licher Gleich­be­rech­tigung. Sie wussten, dass eine solche nicht durch politische Verord­nungen und Regie­rungs­be­schlüsse erreicht werden konnten.“

Der Anarchismus ist keine Patent­lösung für alle mensch­lichen Probleme, keine Utopie einer perfekten Gesell­schafts­ordnung (wie er so oft bezeichnet wurde), weil er grund­sätzlich alle absoluten Schemata und Konzepte verwirft. Er glaubt nicht an eine absolute Wahrheit oder an bestimmte Endziele der mensch­lichen Entwicklung. Vielmehr an eine unbegrenzte Vervoll­komm­nungs­fä­higkeit von sozialen Modellen und mensch­lichen Lebens­be­din­gungen, die sich ständig um höhere Ausdrucks­formen bemühen, und denen man, aus diesem Grund, keinen bestimmten Endpunkt und kein festes Ziel zuweisen kann.“

Konstruk­tiver Sozia­lismus, ein Remix.

(ein Remix von Diego A. de Santillans “Für eine konstruktive Arbei­ter­be­wegung “ von 1950)

2014. 100 Jahre nach dem Ausbruch des ersten, die Welt umgrei­fenden Krieg. 64 Jahre nach dem Erscheinen der Streit­schrift von Diego Abad de Santillian, einst Wirtschafts­mi­nister für die CNT im revolu­tio­nären Spanien, hat die Streit­schrift “Für eine konstruktive Arbei­ter­be­wegung” kaum an Aktua­lität verloren. Daher habe ich sie einem Remix unter­zogen.

So halte ich fest, dass die „Idee der einigen Menschheit“ aus strate­gi­schen und takti­schen Gründen in Verfall geraten ist. [1]

Schauen wir auf die Ukraine, auf Russland, die USA, in den Irak, so sehen wir im weiteren, dass „alle morali­schen Hemmungen sind gefallen“[1], und doch… und doch ist es dabei geblieben:

“Wir wollen mehr denn je eine Welt der Freiheit, der Gerech­tigkeit, der Solida­rität und der Arbeit. Als man die Arbei­ter­massen noch als Objekte ungehemmter Ausbeutung betrachtete, sei es als Sklaven der Scholle oder willenlose Räder im Getriebe der modernen Industrie, erhoben unseren Vorgänger die Fahne der Rebellion und verkün­deten ihre Ideen, brachten Opfer, begingen revolu­tio­näre Taten und litten Verfolgung für die Verkündung von Wahrheiten, die heute veraltet und überlebt erscheinen mögen.”[1]
Schauen wir auf heute, so sehen wir immer noch, dass unsere Forderung nicht umgesetzt ist, dass die

„Schule kein Monopol der Kirche, kein Instrument geistiger Bevor­mundung durch den Staat sein dürfe, sondern im Dienst am Kinde und seiner Freiheit stehen und eine Pflanz­stätte der Kultur sein solle“[1]

, nicht erfüllt ist.

Der Blick zurück, legt ein Jahrhunder voller Arbei­ter­kämpfe offen, — niemand kann leugnen, dass in diesen Kämpfen, vor der Bildung der Ersten Inter­na­tionale, in der Inter­na­tionale selbst und nachher die syndi­ka­lis­ti­schen Gedan­ken­gänge und Aktions­me­thoden in gewissen Perioden und manchen Situa­tionen eine wesent­liche Rolle gespielt haben. [1]

Mehr noch, es wird sichtlich, dass Arbei­ter­or­ga­ni­sa­tionen zum Kampf gegen den Kapita­lismus geschaffen wurden, dass immer wieder betont wurde (von den Syndi­ka­listen und Anarchisten), dass die organi­sierte Arbeit der Eckstein einer neuen Gesell­schaft sein muss. [1] Gerade in Zeiten fortschrei­tender Automa­ti­sierung und bevor­ste­hender Durch­brüche in der Automa­ti­sierung von Transport und Logistik, Ratio­na­li­sierung in der IT-Branche und Verla­gerung der Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse von Festan­stellung zu FlexWork ist diese Forderung hochak­tuell durch ihre weitrei­chende Spreng­kraft für das kapita­lis­tische Gesell­schafts­ver­hältnis. Auch deshalb, da das Versprechen der Demokratie bis heute vor der Vollbe­stimmung (statt Betriebs­in­terner Teilbe­stimmung) der Wirtschaft halt macht.

Arbei­te­rInnen haben die Arbei­ter­be­wegung geschaffen, sie mit Leben zu füllen und am Leben zu erhalten, haben sie verteidigt gegen die oft fanatische Feind­schaft des Kapita­lismus und gegen die Verfol­gungen und den Terror der Staaten. Doch heute sind sie ein fester bestandteil des modernen Staates geworden, ihre Forde­rungen füllen die Geset­zes­blätter und auch wenn sie immer lustloser umgesetzt werden, die integri­rende Wirkung ist hoch. Und: Unsere Idee der Unabhän­gigkeit vom Staat hat diesen Prozess der Anpassung nicht aufhalten können: unsere kleinen Brenn­punkte freiheitlich-sozia­lis­ti­scher Ideen, föde­ra­lis­ti­schen Denkens in einigen Länder können den Gang der Geschichte nicht aufhalten.

Wir sehen, dass Propa­ganda, die einst mal große Opfer gefordert hat, heute modernes Verfas­sungs­recht geworden ist. Und doch sehen wir auch eine Verschlech­terung der Situation, wenn es um bislang unerfüllte Forde­rungen geht. Eine Tendenz zum Autokra­ti­schen Staat lässt sich nach 2001 in den beste­henden Demokratien überall feststellen.
Auch wenn unsere Ideen in vielen Fällen zum Inhalt sozialer Gesetz­gebung geworden sind, und damit positives Recht, das nicht selten erstritten wurde, so lässt die Aufgabe sozialer Tätigkeit, vormals von Verstaat­li­chung sozialen Lebens betrof­fener Bereiche der Gesell­schaft verzweifeln. Oder genauer: Dass wir im Augen­blick keine erfolg­ver­spre­chenden Mittel haben, die unver­holene Drohung, große Teile der Gesell­schaft zu verarmem nichts entge­gen­setzen können.

Die Menschen sind dem Trugbild der Sozialen Sicherheit durch staat­liche Organi­sation gefolgt, ohne zu bemerken, dass sie ihre Freiheit durch Selbst­or­ga­ni­sation dabei verloren, ohne die es keine Sicherheit geben kann.

Die Fahne, die wir in den Reihen der organi­sierten Arbeit so lange stolz und mutig hochge­halten haben, uns mit Gewalt von skrupel­losen Karrie­re­ma­chern entwunden worden ist, vereinigt schon lange keine Scharen mehr, ja nicht einmal eine Handvoll Menschen auf unsere Ideen von Freiheit, Gleichheit und Sozia­lismus. Unsere tatsäch­lichen Perspek­tiven sind angesichts der heutigen Situation des relativ unfrucht­baren Kampfes gegen den Strom, so wir ihn über­haupt führen, ernüch­ternd schlecht.
So sehr es mich freut, dass in einigen Teilen Europas und der restlichen Welt syndi­ka­lis­tische Organi­sa­tionen wachsen, so wünsche ic mit auch, dass sie sich die Flexi­bi­lität behalten, nach neuen Wegen zu suchen. „Schon (Helmut) Rüdiger hat darauf hinge­wiesen, wie das Verständnis für wesent­liche Ideen Proudhons sich ausbreitet und gewisse Elemente unseres föde­ra­lis­ti­schen Denkens heute endlich auf verschienen, sozialen, politi­schen und kultu­rellen Teilge­bieten aufzu­blühen beginnen“, sei es die Diskussion um Dezen­tra­li­sierte Produk­ti­ons­stätten (durch Subsis­tenz­pro­duktion via 3D-Printer), oder dezen­tra­li­sierung der Server­struktur- und Proto­kolle in Reaktion auf Internet-Total­über­wa­chung seitens der Staats­mächte.

„Die gemeinsame Kampf­front, die wir in dieser wirren Epoche vertei­digen sollten, scheint mir nicht mehr eine Einheits­front für rein wirtschaft­liche Forde­rungen zu sein, sondern eine Front der Vertei­digung der Freiheit mit dem Wort und der Tat. Und in diesem Kampfe werden wir vielleicht ganz unerwartete Verbündete und Mitkämpfer finden.“

Keineswegs sollte auf irgendeine der alten Bewegung ureigenen Ideen verzichtet werden, die für die Wieder­er­oberung eines menschen­wür­digen Lebens wesentlich erscheinen. Ich stimme mit dem Sozia­listen Albert Jensen überein, wenn er sagt,

„dass wir die Revolution, die wir wollen, nicht mehr als eine impro­vi­sierte Katastrophe auffassen dürfen, sondern in ihr einen langen Prozess sehen müssen.“

Es wird neben alten Formen des sozialen Lebens auch neue Lebens­formen geben. Es muss ein Neben­ein­an­ders­be­stehen verschie­dener Lebens­formen ermög­lichen, das ist nicht nur möglich, sondern sogar wünschenswert.

Ich wünsche mir eine Arbei­ter­be­wegung, die vom Gedanken des Aufbaus und der Verwirk­li­chung erfüllt ist — dem Geist, den schon einmal der Sozia­lismus beseelte, dem Marx und Engels im Namen ihrer „Wissen­schaft“ als „utopisch“ verhöhnten. Ich wünsche, dass eine Sphäre der freien Arbeit geschaffen wird, zur Vertei­digung der Freiheit des Indivi­duums und seiner Würde, die direkt auf die Initiative der organi­sierten Massen aufbaut — etwa im Sinne der Genos­sen­schaften, aber in einem stärker kämp­fe­ri­schen und aktiv-sozia­lis­ti­schen Geiste.

Der Gedanke, alles zu verlangen, sofort und unabdingbar, ohne Aufschub und so wie wir das Neue erträumen, kommt dem Entschluss gleich, auf alles zu verzichten.

Im Geiste unmit­tel­barer konstruk­tiver Arbeit kann die Arbei­ter­be­wegung ein Werkzeug mensch­licher Befreiung im Schoße der beste­henden kapita­lis­ti­schen Ordnung werden. Es war einst dieser Geist der Verwirk­li­chung und der Freiheit, der einst in unserer spani­schen, ukrai­ni­schen, chine­si­schen und korea­ni­schen syndi­ka­lis­tisch-anarchis­ti­schen Bewegung blühte, wegen diesem Geist fühlen wir uns noch heute von ihnen unwider­stehlich angezogen.

Mit das Schlimmste ist in meinen Augen, dass uns nicht nur die Perspek­tiven ausge­gangen sind, sondern auch die konkreten Ideen und Vorstel­lungen, nicht aber die Problem­stel­lungen in der Gesell­schaft im Spannungsraum zwischen Staat und Kapital auf der einen und Freiheit, Gleichheit und Gerech­tigkeit auf der anderen Seite. Für die Wieder­er­langung einer Perspektive möchte ich eintreten, zum Erarbeiten neuer und alter Vorstel­lungen aufrufen.

Für dieses Ziel möchte ich wünschen, dass der Geist der alten Kampf­ge­nossen gegen den frühen Kapita­lismus zu neuem Leben erwacht.

Es wäre der Mühe wert, die Gedanken, die hier nur flüchtig angedeutet sind, gründlich zu entwi­ckeln. Was uns betrifft, so sehe ich in solchen Ideen einen Stern der Hoffnung, der nach der dunklen Nacht dieser Zeit einen neuen Tag verheißt.

Auf, auf, für den konstruk­tiven Sozia­lismus.

[1] alle Zitate aus: “Für eine konstruktive Arbei­ter­be­wegung”, Diego Abad de Santillan (1950)

The ideal of anarchism

“Every Person needs an ideal, the ideal may not be realized today or tomorrow. But you must have an ideal, which carry you forward in life, which is inspiring you deep to act. Were living in a society , we have made econo­mical progress, but not at all were living in a society living in a society without slaves, without poverty, without misun­der­standing, social injustice all around us in the society. And there are people, foolish like myself and many others, we call ourself anachists, who feel that this injustice can be done away with, that people can be educated. We must in our soul belive, that justice must prevail, we must behave that concept, that we are going carry on, little by little. You see, the problem is, when you get people into the movement, and they see the revolution over tomorrow and it doesn’t come tomorrow, it doesn’t come the solution, they will never be revolu­tio­naries, they never had a concept of the true under­standing, the under­standing no matter what happens, you will carry on that ideal, you feel that justice must prevail , the concept of justice, moral certainty, right is right, is a doctrine, no matter what you call an anarcho­syn­di­calist, an anarchist indivi­dualist, anarchist communist, what is the ultimate goal of all these ideas? Ultimate ideal of all these people was ultimate human justice for everybody and that is the ideal what anarchism stands for.”

Aus der wunder­baren Dokumen­tation über die jüdi­schen Anarchisten in den USA “The Free Voice of Labor – The Jewish Anarchists”.

Regis­ter­me­thode 2.0 – Einige Über­le­gungen zur syndi­ka­lis­ti­schen Kampf­taktik.

Disclaimer vorneweg: Ich bin kein Program­mierer und habe bis heute nicht eine Zeile code selbst geschrieben, weshalb einige Gedan­ken­gänge nie umsetzbar wären.

Ich habe nachge­dacht. Mal wieder. Seid ein paar Tagen lässt mich die Idee einer techni­schen Aktua­li­sierung des Syndi­ka­lismus nicht mehr locker. Bzw. einer konkreten Taktik des Syndi­ka­lismus: Das Lohn- und Arbeits­re­gister.

Unter der sogenannten Regis­ter­me­thode wurde die lokale Erfassung aller Arbeits­re­le­vanten Daten innerhalb der an die Arbeits­börse angeschlos­senen Organi­sa­tionen verstanden. Damals wurde das i.d. Regel durch noch vorhandene Systeme der Haus- und Straßen­kas­sierung wöchentlich beim sogenannten Arbeits­nachweis gemacht. Jedes Mitglied der lokalis­ti­schen Gewerk­schaften war demnach wöchentlich gezwungen, seine aktuelle Arbeits­si­tuation gegen­über der Gewerk­schaft offen zu legen. Dies erfolgte gleich­zeitig mit der Kassierung der wöchent­lichen Mitglieds­bei­träge und Aushän­digung der Gewerk­schafts­zeitung. Über diese Art der Abfrage war der Gewerk­schaft ein wichtiges Instrument ihrer Arbeit gegeben: Sie wusste zu jedem Wochen­turnus den Kranken­stand in der Organi­sation, wie viel Stunden die Mitglieder gearbeitet haben, zu welchen Löhnen, wo Mitglieder im Streik sich befanden, wo Mitglieder entlassen wurden, wo Hilfs­zah­lungen notwendig waren und natürlich auch wo Verbes­se­rungen der Löhne im Bereich des möglichen waren. (Kurze Anmerkung, damals war eine Gewerk­schaft zumeist für einen Beruf vorhanden, die Gliederung in Branchen­ge­werk­schaften erfolgte erst nach dem 1. Weltkrieg, wo die Regis­ter­me­thode zumeist nicht mehr zur Anwendung kam).

Da die Gewerk­schaft eine Über­sicht hatte, wie die Stunden­löhne in einem Beruf in einem Lokalen Rahmen waren, konnten sie lokal für sich Lohnun­ter­grenzen praktisch festlegen, in dem beschlossen wurde, dass Mitgliedern verboten wurde, unter einem Bestimmten Lohn zu arbeiten. Wer es dennoch machte, hatte mit Diszi­pli­nar­ver­fahren zu rechnen, aller­dings waren die Hilfs­kassen auch so organi­siert, dass dies i.d.Regel nicht notwendig wurde. So konnten auch Verhand­lungen nach zeitlich begrenzten Tarif­ver­trägen umgangen werden, da sie durch direkte Ökono­mische Aktion nicht mehr notwendig wurden. (Beispiele sind hierfür die Fliesen­leger in Düsseldorf, oder die Textil­ar­beiter in Teilen Sachsens.) Als Erwei­terung des Registers war in vielen Arbeits­börsen auch ein Stellen­re­gister angeschlossen, das Genossen in Jobs verhalf, gerade in Zeiten der Schwarzen Listen (Nicht-Einstel­lungs­listen der Betriebe!) ein wichtiges Unter­stüt­zungs­werkzeug.

Heute wäre so etwas technisch wesentlich einfacher möglich und könnte Helfen, das (Stunden-)Lohnge­fälle von Freibe­rufler, Freelancer und anderen Schein­selbst­stän­digen zu minimieren.

Was ist dafür zu tun? Nun es gibt zwei für mich sehr wichtige Anfor­de­rungen an das System:
1. Es muss dezentral organi­siert sein
2. Es muss belastbar sein

Zu Punkt 1) Die Dezen­trale Organi­sierung hat folgenden Grund: $Struk­turen sind korrum­pierbar. Wenn das System nur auf einem Server liegt, kann es aus $Gründen abgeschaltet werden, oder noch schlimmer ab geschnor­chelt werden. Ich bin zwar dafür, die Daten anony­mi­siert als Open Data zu betreiben, aber dagegen Zentral­systeme zu betreiben. Repression ist nur das eine, auch Distri­bution. Wenn z.B. der Deutsche Gewerk­schaftsbund diese Idee gut findet, eine Instanz aufbaut und viele (TM) Menschen mitmachen, der DGB aber eines Tages beschließt, dieses System behindert seine Existenz, dann darf das System selbst nicht abschaltbar sein. Gerade aus dem Bereich Peer-2-Peer kennt die Netzge­meinde schon verteilte System und Daten­banken, auch hier müsste ein solches zum Tragen kommen. Am besten über Verifi­zierung in einem Trustnetz*. Eine der Schlimmsten Abhän­gig­keiten der Arbei­ter­be­we­gungen entstanden, als sie die Sozial­systeme – welche vorher selbst organi­siert waren (und durchaus Ineffi­zienz aufwiesen) – in staat­liche Hand über­eignet wurden.

Zu Punkt 2) Wenn das System wächst und an Brisanz zunimmt, dann wird es aus verschie­denen Bereichen beschossen werden, nicht nur von Anons, die meinen das Selbst­be­stim­mungs­recht wäre gefährdet (auch deshalb ist ein dezen­trales System notwendig), sondern auch Kapita­listen die die Dienst­leistung “Daten­ma­ni­pu­lation” als Geschäftsfeld entdecken werden (nicht so schlimm wie die Histo­rische Parallele Pisto­leros, aber genauso zerschießend!). Also muss es möglich sein, jeden Angestellten zu verifi­zieren, das kann über die Steuer­nummer sein, das kann aber auch ander­weitig z.B. über ein Trustnetz* möglich sein. Auch muss das System es aushalten sowohl 10k Leute als auch 10Mio Leute sich selbst organi­sieren zu lassen. Eine Verifi­zierung ist zwingend erfor­derlich, da der größte Schaden des Systems wäre, wenn seine Glaub­wür­digkeit, die Belast­barkeit der Daten selbst angegriffen werden kann.

Was stelle ich mir also vor (wenn es denn möglich ist):
Als Endan­wender habe ich mich am Anfang an einer noch nicht näher zu benen­nenden Stelle verifi­ziert, dass ich ich bin. Dann erhalte ich ein Client oder ein Dashboard, in dem ich meine Steuer­daten und ähnliches eingeben kann (Maschi­nen­les­barkeit herstellen!), auch die eigenen Vertrags­be­din­gungen als Angestellter (z.B. Festlegung der Arbeits­zeiten, Über­stun­den­re­ge­lungen etc.) sollten hinter­legbar sein. Für Freelancer natürlich das gleiche mit Werks­ver­trags­daten oder andere Vertrags­daten, die die Bedin­gungen festschreiben.
Wichtig wird jetzt natürlich eine Maske in der die geleistete Arbeitszeit eintragbar ist, sowie Pausen­zeiten, Stück­zahlen (Produ­zie­rendes Gewerbe), ect.pp.
Im Hinter­grund läuft der Abgleich bzw. Vergleich dieser Daten mit den anderen im System gemit­telten Daten. Wenn es bereits Verein­ba­rungen gibt, wie z.B. die Über­stunden geregelt sind, und man diese verletzt muss dem Endan­wender sowie der eventuell vorhan­denen Gewerk­schaft dies anzeigbar sein (Alert vielleicht?). Hier kann dann inter­ve­niert werden.
Die Daten werden im besten Falle via einem Peer-2-Peer Ansatz ausge­tauscht, am besten noch erweitert um einen Mesh-Ansatz, damit die Daten nicht zensierbar sind. Die Software muss API´s bieten, die offen und nachvoll­ziehbar ist, damit weitere Entwick­lungen program­mierbar sind. Über­haupt ist eine Grundlage der Software offener Quellcode und freie Lizenzen.

Ich hoffe die Ideenskizze war jetzt nicht zu wirr und ich bekomme Feedback zu den Ideen, Diskus­sionen bitte in den Kommen­taren oder auf Twitter @syndi­ka­lista.

*Trustnetz: Zunehmend geht die Zerti­fi­zierung für Webseiten weg von Zentralin­stanzen, die Zerti­ficate signen hin zu Trust­netzen, die sich gegen­seitig bestä­tigen “echt” zu sein.

Wer den Staat nicht zerschlagen kann, soll nicht ins Parlament gehen.

Eine Erwiderung auf ACID`S Post “Warum ich als Anarchist in einer Partei aktiv bin.”

Lieber Acid, ich habe heute deinen Text in deinem Blog gesehen und möchte ein paar Worte der Erwiderung suchen, aber auch die Türen offen lassen zur Diskussion. In der Regel tue ich dies nicht, da vieles was ich las, für mich in krassen Wider­spruch zum Anarchismus steht, den ich und meine Genos­sinnen und Genossen vertreten und versuchen aufzu­bauen. Wenn du mich persönlich fragst, dann hast du dir durch deinen Text eine Seite gewählt, die nicht die meine ist.

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“Occupy Your Future”. Zum Erscheinen der 57 Ausgabe der Anarcho-Syndi­kalist Review (Winter 2012)

“Occupy Your Future”. Zum Erscheinen der 57 Ausgabe der Anarcho-Syndi­kalist Review (Winter 2012)

Auch im 25.ten Jahr gibt es sie noch, die Anarcho-Syndi­kalist Review. Und das ist keine Selbst­ver­ständ­lichkeit, wird doch im Vorwort dieser Ausgabe von langer Arbeits­lo­sigkeit oder Über­ar­beitung des “editorial collectiv” berichtet.

“We publish this journal to reach out to our fellow workers, and join in a conver­sation about how we can build a new society free of exploi­tation and oppression.”

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Neues.

Ich habe mir vorge­nommen, in Zukunft mehr zu schreiben und hier zu veröf­fent­lichen, mal wieder.

Ich weiß noch nicht, in welcher Art hier Inhalte auf die Seite gestellt werden, aber ich habe derzeit einige sehr inter­essante Themen im Notizbuch und auf dem Schreib­tisch liegen.

Meine Bewer­bungen für die Univer­si­täten gehen langsam raus und ich habe in den letzten Tagen sehr viel gearbeitet.

Dafür habe ich auch weiter Notizen für eine bzw. Mehrere neue kurze oder längere Geschichten gesammelt. Vielleicht komme ich die Tage ja zum schreiben.

Auch Urlaub habe ich jetzt einge­reicht. Amsterdam entfliehen werde ich direkt nach Pfingsten. Auf gehts nach Bremen und Hamburg, mal sehn wie weit es mich rumtreibt.

In den letzten Tagen habe ich mir den tempo­rären Hacker­space in Amsterdam angeschaut und einige sehr nette Menschen kennen gelernt. Auch habe ich festge­stellt, dass ich seit einigen Wochen nicht mehr auf Facebook bin und es kein Stück vermisse.

Dafür habe ich Twitter kennen und anfänglich schätzen gelernt. Inter­essante Gespräche finden themen­ba­sie­render statt, als ich es jemals auf Facebook tun konnte.

Ich habe noch eine kleine Liste der Dinge, die ich demnächst mal auspro­bieren will:

1. Moodle instal­lieren

1.2. Einen Kurs zum Thema Anarchismus und Syndi­ka­lismus ausar­beiten und schauen, was mit Moodle machbar ist.

2. Eine Virtuelle Maschine (VM) auf Windows aufsetzen und sowohl Ubuntu als auch Arch-Linux auf der VM instal­lieren.

3. Einen Podcast fertig bekommen, schneiden und veröf­fent­lichen

4. Ein paar Diskus­si­ons­bei­träge für Syndi­ka­lismus.wordpress.com und einige bekannte fertig schreiben.

5. An einer Univer­sität oder Fachhoch­schule zum Ingenieur­s­studium angenommen werden.

6. Häufiger Bloggen