Gründen wir eine Arbeits­börse. Einzu­richten ist: [Exzerpt]

Seit 2 Jahren sitze ich auf diesen Notizen um sie zu veröf­fent­lichen und komm und komme nicht dazu. Da ich gestern aber Fernand Pelloutier ansprach und mir gestern Abend diese Notizen in die Hände vielen, war es heute morgen ein leichtes, sie abzutippen und zu veröf­fent­lichen. Nicht alles davon ist aktuell, aber noch aktuell genug um sich seine Gedanken zu machen. Nun denn hier sind sie:

Exzerpt: „Chapter 5 – How to create a Bourse du Travail“ – by Fernand Pelloutier.

>> In der heutigen Gesell­schaft muss die Arbeits­börse ein Ort des Wider­stands („an association of resistance“) sein<<

 

Weiter­lesen …

Anarchist Role Models.

Es klingt zunächst komisch, Anarchisten mit Vorbildern? Perso­nenkult soll doch vermieden werden! Kill your Heroes!

Doch darum geht es nicht. In Gesprächen mit jüngeren fällt mir immer wieder auf, dass sie nach Halt suchen in der immer schneller werdenden Zeit, dass sie nicht so ganz wissen, für welchen Lebensweg sie sich entscheiden sollen, welche Richtung sie einschlagen sollen, können. Wenn ich gleich­zeitig mit Gründern spreche, dann kommt recht häufig vor, dass sie dann anfingen gezielter zu Arbeiten und ihre Sache voran zu treiben, als sie für sich passende Role Models, Rollen-Vorbilder, gefunden hatten.

Ich habe mit 19 Jahren eine Weile lang den Geschäfts­führer der Freien Verei­nigung Deutscher Gewerk­schaften, Friedrich Kater, als Vorbild empfunden. Schon mit jungen Jahren in der Sozial­de­mo­kratie engagiert, hat er Zeit seines Lebens mit der Organi­sation einer gewerk­schaft­lichen Bewegung in Deutsch­lands verbracht. Bis ins hohe Alter hat er sich nützlich gemacht, wo er konnte, ob als Schrift­führer, Versamm­lungs­leiter, Materia­li­en­ver­trieb, Redakteur, Heraus­geber und Sekretär. Mit 70 hat er noch mit einem Boller­wagen die Post der Organi­sation aufge­geben und in Empfang genommen. Nach dem Ersten Weltkrieg in Haft als Organi­sator, im Zweiten Weltkrieg weitest­gehend isoliert, verstorben am 12. Mai 1945 in folge eines Spren­g­un­falls.

Ich möchte in nächster Zeit einige Role Models sammeln, um zu zeigen, in welche Richtung man sich begeben kann, welche Wege man wählen kann, und um vielleicht sogar neue Anarchisten und Syndi­ka­listen für sich zu entdecken. (Nach Kater waren auch andere Sinnstiftend, ob nur Fernand Pelloutier, Lucy Parson oder Laureano Cerrada.)

Eine Liste wird entspre­chend verlinkt.

Ich werde bei der Erstellung quotiert vorgehen, Auf 2 Frauen versuche ich 1 Mann kommen zu lassen, ob mir das gelingt, kann ich noch nicht so recht sagen, ein paar Ideen haben ich jedoch bereits. Beginnen werde ich mit Friedrich Kater, ein extra Beitrag wird verlinkt.

Meine Frage, haltet ihr die Idee für gut, oder seht ihr die Frage nach Role Models eher kritisch, weil identitär oder weit schlimmer: Heroen­bildung?

Die Sendung mit dem Frank

Gestern wurde eine Podcast gemeinsam mit den Anarcho­bronies und mir aufge­nommen, die ihr hier euch zu Gemüte führen könnt.
Ich werde versuchen, noch ein wenig Inhalte nachzu­tragen.

# Das Buch über das ich sprach war: “Die Redlichen Pioniere von Rochdale”, antiqua­risch ungefähr für 14€ zu erhalten.
# Die Schrift über die Arbeits­börsen des Syndi­ka­lismus, die ich meinte ist: “History of the bourses du travail – Fernand Pelloutier”
# Des Weiteren möchte ich auf die gute Arbeit von Syndi­ka­lis­mus­for­schung.info hinweisen, die auch ein virtu­elles Museum zum deutsch­spra­chigen Syndi­ka­lismus einge­richtet haben, auch ihre Jahres­zeitung SyFo #1 und #2 kann ich empfehlen, u. a. mit Beiträgen zu Bakunin in Mecklenburg.
# Der Autor, von dem ich Sprach ist Helge Döhring, einen Über­blick über seine Publi­ka­tionen finden sich hier.
# Meine Ideenskizze zu einem Verteilten Lohn- und Arbeits­re­gister findet sich bei mir im Blog.
# Mein eigener Podcast funkt zwar selten, aber vielleicht findet sich ja auch was für euch dabei.
# Zu den Studien­kom­mis­sionen des Syndi­ka­lismus findet man hierzu was: Studien­kom­mission der Berliner Arbei­ter­börsen / Franz Barwich (1923)
“Das ist Syndi­ka­lismus” Die Arbei­ter­börsen des Syndi­ka­lismus
# Hacker­fleet, das Projekt über das ich auch sprach.

Alles im allen hat mir die Folge Spaß gemacht und ich danke Acid und Riotbuddha für die Einladung. Für Anregungen zum gesagten bitte ich wieder um Kommentare in meinem Blog und auf Twitter. 🙂