Anarchist Role Models.

Es klingt zunächst komisch, Anarchisten mit Vorbildern? Perso­nenkult soll doch vermieden werden! Kill your Heroes!

Doch darum geht es nicht. In Gesprächen mit jüngeren fällt mir immer wieder auf, dass sie nach Halt suchen in der immer schneller werdenden Zeit, dass sie nicht so ganz wissen, für welchen Lebensweg sie sich entscheiden sollen, welche Richtung sie einschlagen sollen, können. Wenn ich gleich­zeitig mit Gründern spreche, dann kommt recht häufig vor, dass sie dann anfingen gezielter zu Arbeiten und ihre Sache voran zu treiben, als sie für sich passende Role Models, Rollen-Vorbilder, gefunden hatten.

Ich habe mit 19 Jahren eine Weile lang den Geschäfts­führer der Freien Verei­nigung Deutscher Gewerk­schaften, Friedrich Kater, als Vorbild empfunden. Schon mit jungen Jahren in der Sozial­de­mo­kratie engagiert, hat er Zeit seines Lebens mit der Organi­sation einer gewerk­schaft­lichen Bewegung in Deutsch­lands verbracht. Bis ins hohe Alter hat er sich nützlich gemacht, wo er konnte, ob als Schrift­führer, Versamm­lungs­leiter, Materia­li­en­ver­trieb, Redakteur, Heraus­geber und Sekretär. Mit 70 hat er noch mit einem Boller­wagen die Post der Organi­sation aufge­geben und in Empfang genommen. Nach dem Ersten Weltkrieg in Haft als Organi­sator, im Zweiten Weltkrieg weitest­gehend isoliert, verstorben am 12. Mai 1945 in folge eines Spren­g­un­falls.

Ich möchte in nächster Zeit einige Role Models sammeln, um zu zeigen, in welche Richtung man sich begeben kann, welche Wege man wählen kann, und um vielleicht sogar neue Anarchisten und Syndi­ka­listen für sich zu entdecken. (Nach Kater waren auch andere Sinnstiftend, ob nur Fernand Pelloutier, Lucy Parson oder Laureano Cerrada.)

Eine Liste wird entspre­chend verlinkt.

Ich werde bei der Erstellung quotiert vorgehen, Auf 2 Frauen versuche ich 1 Mann kommen zu lassen, ob mir das gelingt, kann ich noch nicht so recht sagen, ein paar Ideen haben ich jedoch bereits. Beginnen werde ich mit Friedrich Kater, ein extra Beitrag wird verlinkt.

Meine Frage, haltet ihr die Idee für gut, oder seht ihr die Frage nach Role Models eher kritisch, weil identitär oder weit schlimmer: Heroen­bildung?

Starting again. To Blog and Share.

It has been a while since my last post.
But since yesterday i feel again the urge to express myself more, to write on my own website and share what i know. May it is because i finished the „unwritten Malatesta-Biography“ (by Edition Nautilus[->Leseprobe]), where Malatesta describes that he did not find his own life important enough to share (and I got so angry about this, that i got thinking about why, and found out, it is because i thought the same). For days i read the webpage of Sacha Chua, an semi-retired programmer, sketch noter and visual thinker from Toronto. She shares nearly every success, every little bit of knowledge, every little bread crump she learns (about herself as well). And i believe that is a nice approach, share what are the questions, what are you working on, what did you learn.
Do not worry, i will not make this a public dairy, but i try to develop it more into a journaling of development than before.

It does sound strange, but i believe deeply, that i have things to share, interesting questions and maybe some solutions for people with the same questions.

So, what happened since i wrote last time? First of all, i found new ways to express myself, i startet to sketch note and practice visual thinking. I guess i will write a little bit more about that later, just for now a short statement: It produces the highest amount of output i had in the last 5 years, my thinking processes are much more clear and i can handle stress much better.

Below my post i try to establish the following structure:
„What did i learn yesterday and today?“, „Currently working on“, „Open questions.“, „Backlog“

Weiter­lesen …