Kommentare 0

Das Ende eines Jahrfünft.

tl;dr.: Aus Frank Pott wird wieder Gregor May
Im Zuge der sich abzeichnenden Gründung der Anarchosyndikalistischen Jugend, einiger Veranstaltungen davor und danach und meiner Ausbildung im Medienbereich, wurde es damals gefühlt “notwendig” mir ein Psydonym zuzulegen, unter dem ich fortan im Internet und offline auftrat. So wurden in dieser Zeit mehrere Artikel, Profile und Webseiten mit dem Namen “Frank Pott” erstellt.
Im anarchistischen Umfeld ist es weitläufig, Artikel unter Psydonymen zu veröffentlichen. An dieser Praxis nahm ich mir Beispiel.
In den Jahren 2009-2013 war dieser Zusammenhang den Behörden immer bekannt (als Anmelder von Aufzügen, Veranstaltungen mit Dienstlicher Überwachung, eingeleitete Verfahren, etc.) 2010 gab es einen Vorfall mit Anti-Antifas, die mich dazu veranlassten, weiterhin unter meinem Psydonym offen zu agieren.
Seit 2012 bin ich auf Twitter sehr aktiv, und habe darüber großartige Menschen kennen lernen dürfen. Was wie auch in den Jahren davor dazu führte, dass nicht wenige mich nur unter dem Psydonym kennen gelernt haben. Es gibt viele Bekannte, ja auch einige Freunde, die mich nur als Frank kennen. Dies hat mich über die Jahre immer mehr gestört, die Aufklärung war mir aber immer zu doof, immerhin höre ich auf den Namen genauso, wie auf meinen Geburtsnamen.
Vor kurzem kam für mich die Entscheidung, mich wieder aktiver politisch und ökonomisch einzumischen. Um möglichen Angriffsflächen aus dem Weg zu gehen, sowie einige sehr persönliche Gründe führten nach monatelanger Überlegung dazu, dass ich ab 1.1.2014 mein Psydonym aufzugebe.
Fortan werde ich mit offenem Visier auftreten. Unter meinem Geburtsnamen: Gregor May
Für den Fall, dass ich einige von euch damit verletzt habe, es tut mir aufrichtig leid.
Danke für die Aufmerksamkeit.

Kommentare 0

Räume öffnen.

Wer mich trifft, der weiß, Ideen sausen mir einige im Kopf herum. Nun hab ich kurz ein wenig Zeit gefunden und würde sie gerne vorstellen. Über Rückmeldung und Anregung, Kritik freue ich mich.

Kurz noch als Einleitung und Einordnung: viele meiner Ideen und Vorstellungen basieren auf Dingen, die es gab. Entweder werden Sie nicht mehr praktiziert, oder sind “in Vergessenheit geraten”.

New Journalism, Gonzo-Journalismus und die Vorstellung des politischen Salon haben es mir angetan, ein dokumentarisch-lebendiger Stil ist es, der mir zunehmend fehlt. Die Skizze, die ich anreiße, ist roh und unbehauen, noch unsystematisch, für mich dennoch ein Denkanstoß.

Constantin Seibt lesen, zählt zu meinen wöchentlichen Freuden. Im November[1] veröffentlichte er einen Artikel über die Eröffnung eines Salons. Woran es in den (zumeist uninteressant gestalteten) Debatten mangelt, ist gleichzeitig das, wo ich hinmöchte: Einordnung und Ortientierung.

“Heute ist Klarheit die Ausnahme, Unklarheit die Regel.”

Das muss so nicht bleiben; darf so nicht bleiben. Die Zeit der Großen Koalition – gerade mit den verminderten Rechten von Opposition – bedarf einer wachen und klaren Aufarbeit und Einordnung.

“Es gibt erstaunlich wenig Leute, die eine Strategie haben. Und noch seltener: eine Alternative”

Dabei darf es nicht bleiben. Ich habe mich selbst lange genug in einem Zynismus als Reaktion auf bestehendes versucht. Doch auch die Zeit des Zynismus ist vorbei. Soll es nicht beim leise Treten auf der Stelle bleiben, ist Angriff angesagt.

Wenn man dem Claim der Demokratie folgen möchte, dann ist von außen betrachtet das wichtigste einer Demokratie eine gut informierte Wählerschaft [2]. Keine oder falsche Informationen führen zu fatalen Entscheidungen und untergraben jeden Versuch einer ausgewogenen Debatte. Mehr noch, eine Opposition braucht eine gut informierte Debatte über Alternativen, über Strategien, um einen Diskurs zu führen, der sich auch realisiert in Entscheidungen.

Ich möchte vorschlagen, “Kluge Köpfe”, die interessant sind (je nach Größenordnung, einer Stadt, eines Bundeslandes, und darüber hinaus) zusammen zu sammeln und ihre Vereinzelung zu überwinden. Ihnen einen neutralen Raum bieten, in dem Sie über ihre Themen mit Leuten reden können, über Hierarchien, Temperatmente, Weltanschauungen und eigene Agenda hinweg.

Ein wenig davon sehe ich schon in den “Piratentalks”, mir persönlich gehen Sie noch nicht weit genug. Das ist eine der Sachen, die ich in der Wahrnehmung von Marina Weisband gegenüber anderen Politische Geschäftsführerin sehe: Sie hat mit anderen interessanten Menschen geredet, macht es immernoch.

Lasst uns ein Teil dessen sein, der die 4. Gewalt zurückfordert. Schluss mit Zankerei, mit Klatsch, mit Empörung und Zerlegungsvoyerismus. Wir müssen den Idioten die Wahrheit sagen. Wir befinden uns in einem Zustand des Deliriums, allerdings des Passiven, des Destruktiven.

Lasst uns einen Raum schaffen, in dem Debatten möglich sind, und lasst uns schauen, ob wir einen Rahmen finden, der Sie sortiert, organisiert, zusammen bringt, der es einordnen kann, der packen kann, der andere Räume öffnet. Der Strategien bekannt macht und schlussendlich: Eine reale Opposition erfahrbar macht.

[1] http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/33084/zum-teufel-mit-der-krise-eroeffnen-wir-einen-salon/
[2] Zitate aus der Serie “The Newsroom”

Kommentare 0

It’s time for a change

In den letzten Monaten ist mir einiges zu viel geworden. Zeit das sich etwas ändert, Zeit, dass ich einige Sachen realisitischer angehe. Dinge, die ich geplant hatte zumzusetzen verwerfe ich, Dinge, die gar nicht auf dem Plan standen, stellen sich als vorerst wichtiger heraus. Dieser Blog ist nicht tot, allerdings stellt das Schreiben von immer neueren Blogartikeln eine nicht gerade kleine Hürde für mich da.
Bis Ende des Jahres habe ich mir “Kleinigkeiten” vorgenommen. Da sei zum einen die Endfertigung einer Abschrift vom Nachruf der SAC auf Rudolf Rocker, eine Abschrift seiner Jugend-Erinnerungen (soweit ich sie habe), die Fertigstellung einer Broschüre und ansonsten Studium, Studium, Studium.

Ich habe mich nie wirklich für das Lernen begeistern können, seit der Schulzeit hatte ich große Probleme damit. Was sich geändert hat? Nun ich habe die mehr als knappe Chance bekommen, von der TH Wildau an die TU Berlin zu wechseln. Das ist für mich nicht ohne gewesen. Und diese Chance will ich nutzen. Ich will nicht der Beste werden, aber das erste Mal seit langer Zeit möchte ich gut sein, wirklich gut. Nur frisst mich das zeitlich gesehen auf.

Derzeit ist mein Stundenpensum wöchentlich wie folgt: 30h Uni, 15-20h Arbeit, 15h Mathevorbereitung, 10-15h Hausaufgaben und dann natürlich noch die Fahrzeiten dazu (nochmal 10h).
Heißt derzeit komme ich auf eine 70-90h Woche, je nachdem wie umfangreich Nachbereitung, Vorbereitung und Hausaufgaben werden.

Ich denke das wird mindestens bis Februar, wenn nicht sogar noch ein weiteres Semester so bleiben. Am Ende der 3- 3 1/2 Jahre steht ein Bachelor of Engeneering. Und Geld, was ich für Projekte mehr als gebrauchen kann.

Die nächsten Monate sollen zum einen beruflich eine Neuorientierung bringen (nicht mehr im Konzeptstore arbeiten) und möglichst die eine oder andere Veranstaltung mit sich bringen. Ob ich nebenbei noch das Schreiben schaffe, ist momentan mehr als fraglich. Vom Projekt 50 Artikel habe ich mich verabschiedet.

Soviel vorerst von mir.
Glück auf!
(ps. ja, ich habe vorerst meinen Twitteraccount still gelegt, keine Ahnung, wann ich ihn wieder eröffne.)

Kommentare 0

Long Distance Calling – Long Distance Calling (2011) [ full album ]

Kommentare 2

(44/50) Update Woche der Unabhängigkeit. (last update Dienstag Abend)

So. Erster Tag. Ein gutes Gefühl Dinge zu erledigen, die schon länger aufgeschoben wurden. Um nicht mit meinem Artikelcounter zu schummeln, werde ich diesen Artikel hier bis Ende der Woche aktualisieren mit einigen Dingen, die ich erledigt habe. Nicht alles, denn nicht alles gehört ins Internet, aber dennoch genug, um jeden Tag was berichten zu können.
Montag. 10.06: Heute habe ich mich um 2 Dinge gekümmert, bzw. kümmern wollen. Zum einen ist da die schon lange geplante Bahncard. Die Deutsche Bahn hat für Studenten, wie ich es derzeit einer bin, verschiedene Vergünstigungen anzubieten, unter anderem die Bahncard 25. Ich hatte länger schon über eine Bahncard 50 nachgedacht, mich aber nun für die Bahncard 25 entschieden. Warum? Nun, Specialangebote wie Berlin – Amsterdam bekomme ich mit der BC25 nochmal günstiger, die BC50 gilt aber nicht auf die Angebote. Ebenso Deutschlandtickets und andere Specialangebote. Erst versuchte ich, die Bahncard über die Internetseite der DB zu bestellen, scheiterte aber grandios an einem nicht funktionierenden Upload von Bilddateien (die Notwendig sind um sich per Studenten- und Personalausweis zu autentifizieren). Also hin zum Schalter, 15 Minuten warten und die wunderbare Welt der Servicewüste Deutschland genießen (ULRIIIIKEEE, KOMMMST DU MAAALLL?). Nun bin ich aber im Besitz einer Bahncard 25 und habe schon das erste Geld gespart bei meiner Rückfahrt aus Amsterdam (3 Leute Rücktour für 60€, inklusive Reservierung). Womit auch schon die nächste Sacher erledigt wurde, nämlich das Fahrtenbuchen für meinen Amsterdamaufenthalt im September. Die Hinfahrt werde ich die Tage buchen.
Eine weitere Geschichte, die ich heute in Angriff genommen habe, war das einrichten meiner Packetstation bei der Deutschen Post…und ich bin vorerst erneut gescheitert. Da muss irgendwo ein Ident-Verfahren-Ausdruckschnipsel auf Seite 5 sein, dass ich auf der wunderbar übersichtlichen Seite der Bundespost übersehen habe. ARGH! Und nein, sie können von ihrem Terminal NATÜRLICH NICHT mir weiterhelfen, ich muss also diesen Schnipsel auf der Website finden, ausdrucken, wiederbringen, mich zertifizieren lassen, damit der Schnipsel (ohne Witz!) mit der Post an eine Zentralstelle weitergeschickt wird. UFFF! Ich versuchs morgen nochmal.

Zuletzt wollte ich kurz meine Freude zum Ausdruck bringen, dass ich ein wenig Rückmeldung auf die Aktion bekommen habe, sei es auf Twitter, oder direkt als Kommentar im Blog. Und mamadenkt scheint auch mitmachen zu wollen. Na dann, frohes Schaffen! Bis zum morgigen Update!

Dienstag, 11.06.: Es gehts munter weiter. Auch heute waren wieder Dinge in Angriff zu nehmen, die seit längerer Zeit aufgeschoben wurden. Geklärt wurde vor allem die Einrichtung meiner Packstation. Nachdem ich gestern am nicht vorhandenen Service der Post gescheitert bin, ging das Scheitern mit der Website der Post heute wunderbar weiter. Ganze 2 Stunden habe ich mich damit rumgequält in eine einfache Eingabemaske meine Nutzerdaten reinzubringen und eine Anmeldebestätigung zu erhalten. Nach einigen Wutanfällen und Verzweiflungsflüchen dürfte ich es jetzt erfolgreich eingerichtet haben, denke ich. Denke ich? ICH WEIß ES NICHT GENAU!!! Denn, alles weitere wird mir klassisch per Post zugeschickt, anstatt eine Ausdruckdatei bereit zu stellen. Mal wieder stelle ich fest, alles was Service und Internet anbelangt ist in Deutschland großartig verkackt und Deutschland ein Entwicklungsland! Kaum zu glauben, dass die Geheimdienste Datenbanken betreiben (können) wollen!
Was ich auch geschafft habe ist, mich um eine Buchbestellung zu kümmern, die schon längst hätte sich in meinem Briefkasten befinden müssen. Kurz nach meinem ersten Treffen mit Marina Weisband erschien ihr Buch (Wir nennen es Politik. Ideen für eine zeitgemäße Demokratie.), ich beschloß es mir zu kaufen und später gegebenenfalls zu rezensieren. Laut Antwort des Verlags hätte das Buch bereits am 15.3. in meinem Briefkasten sein müssen. War es aber nicht. Dank meiner Rückfrage, wird mir das Buch erneut zugesandt und natürlich habe ich noch meine kostenlose (bzw. im Preis inbegriffene) Epub-Version. Ich hoffe es wird die Tage geliefert, dann schaffe ich die Rezension vielleicht in den nächsten paar Wochen.
Bleibt nur noch kurz zu berichten, dass ich es geschafft habe, 2 weitere Bücherregale für Gerhard Hauptmann und Maxim Gorki besorgt zu haben. Immerhin. Morgen ist auch noch ein Tag.

Kommentare 2

(45/50) Woche der Unabhängigkeit

Jetzt fang ich es halt doch alleine an. Es ist Sonntag Abend und ich schiebe ein Projekt schon länger mit mir herum. Ihr kennt das sicherlich, diese kleinen alltäglichen Erledigungen die liegen bleiben, eine Rechnung um die man sich nicht kümmert, ein Etwas das man seit Monaten erledigt haben will. Und nach einer Weile türmt sich ein Berg voll Kleinigkeiten, die in einem Rutsch abzuarbeiten zu viele geworden sind. Man fängt an sich mies zu fühlen, Abhängigkeiten blockieren einem den Weg. Zeit aufzuräumen, Zeit sich davon frei zu machen. Vor ein paar Jahren hab ich darauf reagiert indem ich mir eine Woche Zeit genommen habe, “Die Dinge geregelt” zu bekommen, ich rufe daher für mich die sogenannte “Woche der Unabhängigkeiten” aus, in der es gilt die verschiedenen Abhängigkeiten die mich stören anzugehen und womöglich aus der Welt zu schaffen.

Naja, Tacheles, wie solls ablaufen: Eine Woche lang (ab Montag) soll jeden Tag eine Sache erledigt werden, die schon länger rumliegt und nervt, ob das jetzt nur 10 Minuten in Anspruch nimmt, oder den ganzen Tag, egal. Ganz konkret geht es um folgende Dinge:

Mich um meine Packstation kümmern. Ich habe mich vor bestimmt 7 Monaten bei der Deutschen Post um einen Platz in einer Packstation gekümmert, die knapp 600m von meiner Wohnung entfernt ist. 4 Mal hätte ich sie schon gebraucht, jedesmal habe ich mich geärgert, mich noch nicht drum gekümmert zu haben. Jetzt packe ich es an.
Jobsuche. Zum 28.6.2013 läuft meine befristete Anstellung in der Mediothek meiner Hochschule aus, damit bin ich ab 1.7. wieder erwerbslos. Seit Wochen möchte ich mich um neue Stellen bewerben, habe es aber bisher aufgeschoben. Daher habe ich mir vorgenommen diese Woche 3 Bewerbungen rauszuschicken und mich an einer Stellenvermittlung anzumelden.
Mailkonto kündigen und alternativen suchen. Eigentlich will ich das schon seid 2 Jahren machen. Ich bin bei einem kostenpflichtigen Mailprovider, der nicht nur meine aller erste Mail-Adresse beherbergte, sondern noch dazu pro Monat 5€ laufende kosten einzieht. Das macht im Jahr immerhin 60€, da ich es seit 2 Jahren kündigen will, well, you see what i mean. Also: Kündigen.
Sport. Anmelden, endlich, komplett. Die Karte habe ich schon, meine Probestunden auch, jetzt muss ich eigentlich nur noch los und meinen Anmeldebogen komplett unterschrieben abgeben. Sollte ich tun, will ich tun.
Nachmieter. Ab August will mein Untermieter ausziehen und ich selbst muss ein paar Sachen rund um die Wohnung erledigen, seit Wochen, wenn nicht monaten. Also auch hier: TUN!

Zum Ablauf: Ich will jeden Tag mindestens eine Sache in Angriff nehmen und am Abend kurz darüber schreiben. Und ich möchte euch dazu einladen konkret mitzumachen. Schreibt mir in die Kommentare, was ihr euch vornehmt, schreibt, was ihr so tut, was ihr erledigen wollt. Vielleicht als Stöckchen, dass man gemeinsam weiterreichen kann. Was haltet ihr davon? Macht ihr mit? Bis morgen jedenfalls.

Kommentare 0

(46/50) Updates zu den Vorsätzen.

(46/50) Updates zu den Vorsätzen.

Im Januar habe ich unter Vorsätze 2013 eine kleine Liste mit Dingen angelegt, die ich im Jahr 2013 schaffen und machen möchte. Seit Wochen schiebe ich es vor mir her, einen Zwischenstand zu veröffentlichen. Da ich gerade im letzten Monat meines neuen Jobs im Büro sitze, nutze ich jetzt ein wenig Zeit dazu, also:  Read More

Kommentare 3

“Wir haben vergessen, wie zwischen dem täglichen Abwasch und dem Arbeiten gehen die Revolution organisiert werden muss, wir haben verlernt, dass unser Glück nicht in einem dahin vegetieren, im passiv bleiben entsteht. Was uns einst galt, gilt nun noch eindringlicher: „Uns aus dem Elend zu erlösen, können nur wir selber tun!“”

Kommentare 2

(47/50) Darfs ein bisschen Rant sein?

Ein paar Sekunden Rage:

Ich habe mich gestern mal wieder in einem Wortschwall ergossen und ein wenig rumgeraged. Vor allem aus Frustration über einige hier nicht näher zu benennende Dinge. Dabei sind mir vor allem ein paar Sachen in den Sinn gekommen, die eine leidenschaftliche Explosion hervorriefen. Dinge die Fragen aufwerfen und doch in der Regel nicht gestellt werden:

Fall Nr. 1: Bushido und der Mafia-Clan

Es ist die letzten Tage selbst in meine Timeline auf Twitter diese jämmerliche Geschichte von Bushido und seinen Verknüpfungen zur Mafia in Berlin (und darüber hinaus) in Form von einer Generalvollmacht geredet worden. Es kam ein ehemaliges Gang-Kiddie zu Wort, das heute bei der Israelischen Armee angestellt ist, ein paar Szenegrößen und diverse Moralischer Bullshit. Was mich aufregt sind folgende Aspekte:
Es wird über Mafia im Musikgeschäft geredet (ähm, Musikindustrie, GEMA, Plattenfirmen, Mafia? Nein, Wirklich?) und über die vermeintlichen kriminellen Machenschaften eines Musikers in Form eines Gangsterrapers. Aber warum wird nicht folgende Frage gestellt? “Wie sieht die Verbindung der CDU zu diesem Mafia-Clan aus?” Warum wird dort nicht mal nachgeforscht? Immerhin gab es vor nicht all zu langer Zeit einen CDU-Mann im Bundestag, der Bushido ein Praktikum im Zentrum der Politischen Macht Berlins und der Bundesrepublik vermittelt hat. Nehmen wir die Generalvollmacht dazu (und die Gefälligkeiten die Bushido dem “Clan” schuldet), so haben wir es hier mit einem weiteren Fall zu tun, wo politischer (Partei)-Filz direkten Kontakt zu kriminellen Vereinigungen sucht, findet und wahrscheinlich auch nutzt. Welche Vorteile erwarb sich der CDU-Mann im Bundestag, der Bushido (und seiner Mafiaverstrickung) einen diesen Zugang verschaffte? Und jetzt der Grund weshalb ich mich eigentlich bei dem Fall aufrege: Mir ist föllig klar, warum nicht in diese Richtung gefragt wird. Wenn diese Verbindung skandalisiert werden würde, müsste die Landesregierung Berlin reagieren, sprich der Law-and-Order-Henkel (Innenminister Berlins) müsste gegen einen eigenen Parteigenossen ermitteln. Wenn das Thema hochkocht, müssten auch Erfolge gegen die Mafia in Berlin erziehlt werden. Ein Polizist, den ich im Wedding mal in einer Kneipe traft, sprach davon, dass der “Clan” kein Problem hätte, locker 150 Leute mit einem Anruf innerhalb von wenigen Minuten auf die Straßen zu bringen. Des weiteren wird von den Polizisten derzeit so viel gefodert wie lange nicht mehr in der Berliner Polizeigeschichte, bei immer schwierigeren Bedingungen. Eine Auswirkung davon ist z.B. dass nur 48% aller gemeldeten (!!! d.h. gut ein 1/3 grauzone und ungemeldet noch dazu zu zählen) Straftaten derzeit überhaupt nur aufgeklärt werden. Die Zahlen der Polizisten sind in den letzten Jahren rückläufig, man setzt lieber auf andere Konzepte (mit weniger Manpower, dafür mehr Technik). Wir haben also eine Situation, in der ein Machtvakuum schon längst real ist in der Stadt realisiert, die Polizei wird eine offene Konfrontation nicht suchen, sondern eher sich mit den Strukturen arangieren, Korruption ist Tür und Tor geöffnet. Das wiederum würde die “Strahlkraft” eines Law-and-Order-Mannes wie Henkel massiv beschädigen, wenn er beim Kampf gegen die Mafia nicht Erfolge vorweisen könnte. Teile der privatisierten Infrastruktur der Stadt (Abschleppdienste z.B.) sind in Teilen von der Mafia kontrolliert (erinnere mich da an ein Gespräch über Schutzgelder im Wedding 2008).

Fall Nr.2: Die Demokratie-Lüge

Ich will gar nicht auf den Fall der Bezirksverordneten-Versammlung Neukölln vom gestrigen Tag eingehen. Das ist nur ein geplänkel im Spiel der Parteien. Das Lustige ist, dort gehts noch nichtmal um wirklich was, sondern nur um die Privatisierung von einigen Geldern in den Taschen der eigenen Leute (oder was ist die Anstellung eines BzBm von der eigenen Partei? Doch keine Frage der Fähigkeit, sondern der eigen Zugehörigkeit). Nein mir geht es um was viel tief liegenderes: Es wird mir immer wieder gesagt, die Demokratie, die wir haben, sei nur nicht recht installiert, oder dies oder das würden ihre Entfaltung blockieren. Ja, ist ja ne Meinung, aber für welchen Bereich gilt diese Demokratie denn eigentlich? Doch nur für den Wahlzirkus der Partein, wo weiß Gott genügend verwerfliche und bescheuerte Dinge ablaufen, von denen ich nichtmal ansatzweise anfangen möchte. Aber Darüber hinaus? Wie sieht es denn mit meinen direkten Lebensumständen aus, wo sind sie denn Demokratisch im Sinne von, ICH KANN ENTSCHEIDEN? Beispiel? Der Angestellte in einem Mittelständischen Unternehmen, der auf Grund von querschüssen Entlassen werden soll, wenn der Arbeitgeber genügend Geld aufbringt, fliegt er von heute auf Morgen (ne Abfindung ändert ja nichts an der Kündigung, in der Regel kommen sie inzwischen recht einfach rum). Oder überhaupt die Entscheidung dass er 45h die Woche arbeiten muss! Die Zeiten des 8-Stunden-Arbeitstages sind für nicht wenige Prekäre inzwischen längst wieder vorbei, sei es durch 2. Jobs, oder erzwungene Überstunden, Bereitschaft und und und. “Ja, aber man kann doch zum Betriebsrat gehen, oder einen Gründen.”. Fick. Nein, das Betriebsverfassungsgesetz ist ein Rechtskonstrukt um jederzeit Leute los zu werden, nicht um ihnen Rechte einzuräumen, Schaut euch mal den Zugang von Gewerkschaften zu einem Betrieb an, und wie oft das von Arbeitgeberseite verletzt wird. Überhaupt die Gewerkschaften in diesem Land hier, sie verstehen sich, sofern zum DGB gehörend, als Nachfolger der Deutschen Arbeitsfront, bis in die 70er gab es noch den Gewerkschaftseigenen Schnüffeldienst um unliebsame Kollegen rauszukanten! Will man seine Recht nutzen: Bist du draußen, bringst du Betriebsgeheimnisse nach außen, die für die Gesellschaft wichtig wären (Whistleblower), fick, dann kannst du dafür sogar noch in den Knast kommen. Willst du den Scheiss nicht mehr ertragen, warten Arbeitsämter mit Schickanen ab dem ersten Tag auf dich. Willst du dich daraus in die Mündigkeit verabschieden, z.B. durch eine Genossenschaft, greift Gesetzgebung aus der Nazizeit um es dir möglichst schwer zu machen. Was dir bleibt ist eh schon besser gestellt zu sein, oder halt selbst (u. Über-)ausbeutung als Selbstständiger und oder socalled “Freelancer”. Wo ist da also die Demokratie, die “Mitbestimmung”.

Und zu guter Letzt noch ein Rant:

Vor ein paar Tagen fragte ich auf Twitter, was wir Anarchisten und Syndikalisten an konzepten haben, um gegen Dinge wie Vorratsdatenspeicherung, Bestandsdatenauskunft oder die Verletzung der Netzneutralität vorgehen zu können. Geantwortet wurde mir in zweierlei hinsicht. Zum einen, und das hat mich sehr verärgert: Ich solle aufhören Politik zu machen, weil das wäre es ja und was würde das für die soziale Revolution bringen? Überhaupt was soll meine Bettelpolitik? Das ist auf so vielen Ebenen falsch, das es mir schwer fällt jede einzelne zu benennen oder auseinander zu klamüsern. Aber ich werde es dennoch versuchen. 1. Jedes dieser Themen für sich hat massiv Einfluss auf mein Lebensumfeld. Klar sie passieren im Kontext einer staatlichen Überwachungsmaschinerie, die noch dazu als direkte Quersubvention einer ganzen Industrie geworden ist (oder schon immer war).
Die Bestandsdatenauskunft ist ein geeignetes Mittel um jede Art von politisch Motivierten Widerstand mit einem weiteren Mittel zu kriminalisieren, das ohne politische Paragraphen (wie 129a,b,c) auskommt.
Gegen die Vorratsdatenspeicherung will ich nichts schreiben, da wurde an anderer Stelle wesentlich besser schon drüber berichtet. Aber über die Verletzung der Netzneutralität möchte ich noch ein wichtigen Punkt ins Spiel bringen, der gemeinhin in meinen Augen ausgeklammert wird (bzw. ich hab ihn in der Diskussion bisher noch nicht gefunden): Die Verletzung der Netzneutralität verletzt mein Recht auf Bildung grundlegend und auch das weiterbilden für meine Genossen. Ich habe in den letzten Jahren mir unglaublich viel Wissen über das Internet aneignen können, nicht nur über Blogs, Twitter, Chatrooms, sondern auch ganz klassisch über Bücher. Was ich allein in den letzten 8 Monaten an Büchern der frühphase des Syndikalismus, der Genossenschaften, der Gewerkschaften gefunden habe, das würde bei Anschaffung locker in die 1000nde gehen, da sie nur – wenn überhaupt – antiquarisch zu erstehen sind, die meisten Bibliotheken geben nämlich nur reproduktionen zu hohen preisen heraus (wenn es sich wie in meinem Fall um Bücher in UK, Canada, Frankreich etc. handelt). Diese Bücher kann ich weitergeben, auswerten und wichtig, in Audiopodcast und Videocast umwandeln (in Arbeit). Die Grundlagen des Genossenschaftswesens, der wirtschaftlichen Selbstermächtigung hängt für mich und meine Genossen in diesem Fall ganz klar auch von der Bandbreite ab. Wer diese bisher bestehende Netzneutralität verletzt, verletzt unser Recht auf Bildung massiv. Allein deshalb muss es auch für uns als Syndikalisten und Anarchisten darum gehen, Konzepte zu finden, wie wir sie nicht nur bekämpfen, sondern auch beseitigen, jenseits des Appells und Zugriffes auf den Staat.

Eine weitere Antwort war: Freifunk und eigene Internet Service Provider aufbauen. Ersteres hat das Problem: Die Infrastruktur zu stellen wird derzeit an vielen Orten schwer und, vor allem auch sie brauchen die Anbindung an ISPs. Seit gestern lese ich mich in die eigenständige Gründung von ISPs hinein, ein paar Leute haben mir schon signalisiert, dass sie Gesprächsbedarf mit mir deshalb haben.

Um die drei Rants abzuschließen:
Wir müssen an die Wurzeln gehen, wir müssen verändern, wir müssen aufbauen. Danke für die Aufmerksamkeit.

Kommentare 0

The ideal of anarchism

“Every Person needs an ideal, the ideal may not be realized today or tomorrow. But you must have an ideal, which carry you forward in life, which is inspiring you deep to act. Were living in a society , we have made economical progress, but not at all were living in a society living in a society without slaves, without poverty, without misunderstanding, social injustice all around us in the society. And there are people, foolish like myself and many others, we call ourself anachists, who feel that this injustice can be done away with, that people can be educated. We must in our soul belive, that justice must prevail, we must behave that concept, that we are going carry on, little by little. You see, the problem is, when you get people into the movement, and they see the revolution over tomorrow and it doesn’t come tomorrow, it doesn’t come the solution, they will never be revolutionaries, they never had a concept of the true understanding, the understanding no matter what happens, you will carry on that ideal, you feel that justice must prevail , the concept of justice, moral certainty, right is right, is a doctrine, no matter what you call an anarchosyndicalist, an anarchist individualist, anarchist communist, what is the ultimate goal of all these ideas? Ultimate ideal of all these people was ultimate human justice for everybody and that is the ideal what anarchism stands for.”

Aus der wunderbaren Dokumentation über die jüdischen Anarchisten in den USA “The Free Voice of Labor – The Jewish Anarchists”.